BAYREUTH.Mit dem Jahreswechsel kehrt in Bayreuth jene besondere Mischung aus Aufbruch und Rückblick ein, die den Beginn eines neuen Jahres seit jeher prägt. Zwischen den letzten Feuerwerksresten und den ersten Arbeitstagen ordnet sich das Leben neu.
2026 wird für Bayreuth ein Jahr sichtbarer Wegmarken. Ein Projekt steht dabei besonders im Fokus: Der Umbau der Stadthalle zum Friedrichsforum soll nun tatsächlich abgeschlossen werden. Nach Jahren der Planung, Verzögerungen und Diskussionen verbindet sich mit dem neuen Kultur- und Veranstaltungszentrum die Hoffnung auf einen Neustart – für Kongresse, Konzerte und das gesellschaftliche Leben in der Innenstadt.
Neben der kommunalen Infrastruktur rückt die Kultur in den Mittelpunkt. Die Bayreuther Festspiele feiern ihr 150stes Jubiläum und setzen damit einen Glanzpunkt im Jahresverlauf. Das Festspieljahr wird nicht nur für Wagner-Enthusiasten Bedeutung haben, sondern auch für die Stadt insgesamt, die sich einmal mehr als internationaler Kulturort präsentiert.
Ein weiterer Akzent liegt auf den internationalen Beziehungen der Stadt. Bayreuth begeht das Jubiläum, 60 Jahre Jumelage, mit seiner ersten Partnerstadt Annecy. Die langjährige Verbindung steht für Austausch, Verständigung und europäische Nähe – Werte, die gerade in bewegten Zeiten an Bedeutung gewinnen.
Auch politisch wird 2026 richtungsweisend. Die Kommunalwahl wirft bereits ihre Schatten voraus. Parteien und Gruppierungen beginnen, ihre Themen zu setzen, Kandidatinnen und Kandidaten treten stärker in Erscheinung. Für die Bürgerinnen und Bürger geht es dabei um mehr als Personalfragen: Es geht um Prioritäten in Stadtentwicklung, Verkehr, Wohnen, Klima- und Sozialpolitik – um die Zukunft der Stadt im Kleinen wie im Großen. Inzwischen bewerben sich 10 Kandidaten um das Amt des Obergürgermeisters.
Der Blick nach vorn schließt dabei den Blick zurück nicht aus. Der Jahresanfang war schon immer eine Zeit der Rituale. In früheren Jahrhunderten segnete man Häuser, verteilte Brot und Salz als Zeichen für Glück und Beständigkeit. Heute sind es gute Vorsätze, Neujahrsansprachen und persönliche Pläne, die den Übergang markieren. Auch in Bayreuth zeigt sich diese Tradition im öffentlichen Leben, wenn Vereine, Institutionen und Initiativen ihre Programme für das neue Jahr vorstellen.
Der Jahreswechsel trennt nicht scharf, er verbindet. Vergangenes wirkt nach, Neues nimmt Gestalt an. 2026 beginnt in Bayreuth als Jahr der Entscheidungen, der Fertigstellungen und der Jubiläen. Was davon bleibt, wird sich zeigen. Jetzt aber zählt der Moment des Anfangs – und der Blick auf das, was daraus werden kann.