BAYREUTH. Die Spielbetriebs GmbH des Fußball-Regionalligisten SpVgg Bayreuth soll ab der kommenden Saison 2019/20 von einem hauptamtlichen Geschäftsführer geleitet werden. Dr. Mathias Fleischmann, der letzte verbliebene von ehedem drei ehrenamtlichen Geschäftsführern, kündigte bei der Mitgliederversammlung der SpVgg am Donnerstag seinen Rückzug von dem Führungsposten zum Ende der laufenden Saison an.

Trotz seines Rückzuges will Dr. Fleischmann der Altstadt weiterhin verbunden bleiben. Verständnis zeigte er für den Rücktritt seines Geschäftsführerkollegen Dr. Wolfgang Gruber aus beruflichen Gründen, Gruber arbeite trotzdem weiter mit. Härter ging er mit Christian Höreth, dem ehedem für Marketing zuständigen Geschäftsführer, der vor einigen Wochen aus privaten Gründen seinen Rücktritt erklärt hatte, ins Gericht. Höreth habe nach seinem Rücktritt die Mitarbeit komplett eingestellt. »Die Spielbetriebs GmbH kann nur dann mit viel Aufwand ehrenamtlich geführt werden, wenn mehrere Leute zusammenarbeiten. Da dies so jetzt nicht mehr der Fall ist, brauchen wir ab der neuen Saison einen hauptamtlichen Geschäftsführer, der natürlich auch entsprechend bezahlt werden muss. Ich werde in den restlichen Monaten der laufenden Saison daran arbeiten, dass wir für die neue Saison einen entsprechenden Etat auf die Beine stellen können», kündigte Dr. Fleischmann an.

Von den Zuschauereinnahmen her sei es eigentlich unmöglich, für die SpVgg Bayreuth einen regionalligatauglichen Etat mit einem Volumen von 600.000 bis 700.000 Euro auf die Beine zu stellen. Bislang sei dies immer nur gelungen, weil verschiedene Personen außergewöhlich in den Verein investierten. »Ohne diese Beiträge könnten wir eine Bezirks- oder Landesligamannschaft unterhalten, aber nicht mehr. In Relation gesetzt zur Einwohnerzahl der Stadt Bayreuth und des Umlandes hat die Altstadt, abgesehen von den Profi-Reservemannschaften der Erst- und Zweitbundesligisten, die geringsten Zuschauerzahlen in der Regionalliga Bayern. Wenn es nicht gelingt, mehr Leute ins Stadion zu locken, kann Fußball auf dem Niveau nicht in Bayreuth gehalten werden», so Dr. Fleischmann. Hoffnung auf Besserung bei den Zuschauerzahlen gebe die jetzt fertiggestellte neue, überdachte Tribüne auf der Gegengeraden des Stadions. Außerdem würden, wenn das Flutlicht endlich im Stadion installiert wäre, die Heimspiele so weit wie möglich am Freitag Abend angesetzt, was eine größere Zuschauerresonanz bringen würde.

Nach dem miserablen Saisonstart stehe die Altstadt nach dem Trainerwechsel zu Timo Rost mittlerweile auf einem Mittelfeldplatz, das Abstiegsgespenst sei jedoch noch nicht verscheucht. In den noch ausstehenden zwölf Saisonspielen sei voller Einsatz aller erforderlich, um die Klasse zu halten. Die kommende Spielzeit 2019/20 werde aller Voraussicht nach eine Qualifikationssaison für die neue, nur noch viergleisige Regionalliga. Es werde voraussichtlich mehr Absteiger geben, Ziel sei, dass sich die SpVgg für die viergleisige Regionalliga qualifiziert, als langfristiges Ziel halte man am Aufstieg in die Dritte Liga fest. Christian Wedlich, Vorstandsvorsitzender der SpVgg Bayreuth e.V., stellte die Planungsüberlegungen für eine Sanierung und Erweiterung des Vereinsgeländes auf der Jakobshöhe vor. Nach erfolgreichen Grundstückstauschaktionen könne das bestehende Gelände jetzt in Richtung des Lidl-Marktes um rund 25.000 Quadratmeter erweitert werden. Geplant ist zunächst der Bau eines großen Trainingsspielfeldes und eines Kleinfeldes. Im Bereich des Lidl-Marktes soll eine neue Zufahrt angelegt werden, in dem Bereich ist dann auch der Bau eines neuen Sportheimes vorgesehen. Als dritter und letzter Bauabschnitt ist die Sanierung der beiden bestehenden Plätze mit Verlegung von Kunstrasen geplant. Groben Schätzungen nach werden Gesamtbaukosten von rund vier Millionen Euro anfallen. Vom BLSV sind Zuschüsse in Höhe von 20 Prozent zu erwarten, die Stadt Bayreuth zahlt bei entsprechender Haushaltslage zehn Prozent. Nach Fertigstellung der Planungen und der Antragsstellung für die Zuschüsse hoffe man, bis zum 100-jährigen Jubiläum im Jahr 2021 erste Baumaßnahmen fertigstellen zu können. Insgesamt schätzte Christian Wedlich den zeitlichen Horizont bis zum Abschluss der Gesamtmaßnahme auf voraussichtlich zehn Jahre, wenn nicht »ein weißer Ritter kommt und sich hoch finanziell beteiligt». Für 60 Jahre Mitgliedschaft wurde Karl Fuchs geehrt. Seit 40 Jahren gehört Andreas Bayerlein der Altstadt an. Jürgen Bauer ist 30 und Walter Hilgert 25 Jahre dabei.

rs