Die Anschubfinanzierung ist sicher

BAYREUTH. Zeit für ein weiteres Musikfestival: Im Herbst diesen Jahres werden als Neukonzeption Barockfestspiele im Markgräflichen Opernhaus stattfinden. Dazu wurde, wie im Handelsregister zu lesen war, eine eigene Gesellschaft gegründet, mit Clemens Lukas als Geschäftsführer.

Seit der Wiedereröffnung des Opernhauses 2018 geht der Gedanke nach einem neuen Barockfestival um. Ministerpräsident Markus Söder hatte diese Idee, anlässlich eines Bayreuth-Besuches gegen Ende der Sanierungsarbeiten, persönlich ins Spiel gebracht. Im September vergangenen Jahres stimmte dann der Bayreuther Stadtrat mehrheitlich darüber ab, dass Barockfestspiele stattfinden werden.
Für Stefan Specht, Kulturpfleger des Bayreuther Stadtrats, war klar, dass für die Realisierung einer hochkarätigen Veranstaltungsreihe mit Strahlkraft, in einer stilvollen Spielstätte, eine solide Förderstruktur vonnöten ist. Zusammen mit Clemens Lukas, einem ausgemachten Kenner der Barockszene und Leiter des renommierten Festivals Musica, welches während der Frühjahrs- und Sommermonate ebenfalls im Opernhaus stattfindet, handelte er mit dem Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst aus dem Kulturfonds sowie mit der Oberfrankenstiftung eine Anschubfinanzierung aus. Gleichzeitig sind in dem im Februar zu beschließenden städtischen Haushalt 350.000 Euro für 2020 eingeplant.

 

Auf Nachfrage der Sonntagszeitung bestätigte Stadtrat Stefan Specht die Gründung einer gemeinnützigen GmbH, welche die Barockfestspiele künftig durchführt. „Mit Clemens Lukas an der Spitze, haben wir einen in der Barockszene vernetzten Fachmann, der zudem über gute Kontakte zur Bayerischen Schlösserverwaltung verfügt“, sagte er. „Aufgrund strategischer und finanzieller Vorgänge sollte die Leitung des Barockfestivals nicht bei der Stadt oder dem Bezirk liegen. Unsere Vorgehensweise war einvernehmlich mit dem neuen städtischen Kulturreferenten, Benedikt Stegmayer, abgestimmt“.
Planungssicherheit und somit langfristigen Erfolg sieht Stefan Specht in der Finanzierung: „Wir müssen erreichen, für die Durchführung der Barockfestspiele einen dauerhaften, nicht immer neu zu verhandelnden Zuschuss aus dem Kulturfonds und von der Oberfrankenstiftung zu erhalten.“

 

Die Kosten für die erste Veranstaltungsreihe werden auf 1,4 Millionen Euro geschätzt. Details wollte Stefan Specht nicht nennen. Er verwies auf einen Termin in Kürze, bei dem weiterre Einzelheiten bekannt gegeben werden. Das Markgräfliche Opernhaus, erbaut zwischen 1744 und 1750, ist eines der berühmtesten Barock-Opernhäuser in Europa. 2012 wurde das Theater durch die UNESCO zum Weltkulturerbe gekürt. Bedingt durch die anschließende sechsjährige Schließung aufgrund umfassender Sanierungsarbeiten wurde das bis dato abgehaltene Festival „Bayreuther Barock“ ausgesetzt.

Bier und Wilhelmine
Während es bei der städtischen kulturellen Infrastruktur immer wieder personell hakt – in der vergangenen Woche waren erneut sowohl das Jean-Paul-Museum und als auch das Franz-Liszt-Museum krankheitsbedingt nicht oder nur eingeschränkt geöffnet – setzt die Brauerei Maisel auf Kultur.
Unter dem Motto „Opernhaus meets Brauhaus“ verbirgt sich eine Zusammenarbeit mit der Schlösserverwaltung. Die neuen Partner haben zusammen ein abwechslungsreiches Programm für Individualbesucher oder auch Reisegruppen entwickelt: Neben weltmeisterlichem Biergenuss in der „Maisel’s Bier-Erlebnis-Welt“ und fränkischer Brauhistorie in den „Bayreuther Katakomben“ ermöglicht ein Kombinationsticket einen Besuch im UNESCO-Weltkulturerbe Markgräfliches Opernhaus sowie dem Neuen Schloss von Markgräfin Wilhelmine.
Tickets für dieses Geschmacks- und Kunsterlebnis gibt es bei der Tourist-Info in der Opernstraße. gmu
www.bayreuth-tourismus.de