Corona-Virus in Deutschland: Gegen den Lagerkoller

DEUTSCHLAND. Der Frühling ist da und lädt dazu ein, Zeit außerhalb der eigenen vier Wände zu verbringen. Der Aufenthalt im eigenen Garten oder auf der Wiese nebenan ist für Bewohnerinnen und Bewohner des ländlichen Raums eine willkommene Abwechslung in Zeiten von eingeschränkter Bewegungsfreiheit.

In den Städten wird das schon deutlich schwieriger: Grünflächen sind begrenzt vorhanden, gleichzeitig ist Abstandhalten das Motto der Stunde. „Aktuell wird bewusst, wie wertvoll unser Stadtgrün ist“, sagt Afra Heil, Expertin für Stadtnatur beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). „Die weitläufigen Parks und öffentlichen Grünanlagen bieten in den dicht bebauten Städten die Möglichkeit, sich außerhalb der eigenen vier Wände zu bewegen und gleichzeitig den gebotenen Abstand zu Mitmenschen zu wahren. Stadtnatur leistet so einen wichtigen Beitrag für das Wohlbefinden der Menschen.“

Jetzt, da es keine Gelegenheit gibt, „mal rauszufahren“ oder andernorts Urlaub zu machen, empfiehlt der BUND unter Einhaltung der aktuellen Regelungen zu Kontakt und Abstand die Natur vor der eigenen Haustür zu genießen. „Ob spazieren gehen, joggen oder zum Beispiel mit der Familie mit einem Boule- oder Kubbspiel losziehen: Sonne, frische Luft und Grün tun einfach gut“, rät die BUND-Stadtnaturexpertin.

Vor allem, wenn Spielplätze geschlossen sind, können grüne Freiräume aufregende alternative Spielmöglichkeiten bieten. Besonders spannend ist es für Familien mit Kindern, Tiere zu beobachten und Pflanzen zu bestimmen. Bestimmungshilfen finden Sie im Internet und auf den Internetseiten des BUNDs. Aktuell können Frühblüher wie Krokusse, Hyazinthen und Buschwindröschen entdeckt werden, die so manche Grünfläche in ein Blütenmeer verwandeln. Die ersten Schmetterlinge und Bienen sind ebenfalls bereits unterwegs und auf Nahrungssuche.

„Es ist wichtig, dass wir uns für unsere Stadtnatur einsetzen und grüne Freiräume in den Städten langfristig erhalten, da sie viele Funktionen für den Menschen, das Zusammenleben und auch für das Klima haben“, gibt Heil zu bedenken. So gefährden Bebauung und Stadterneuerung die vorhandenen Grünflächen und damit auch die Lebensräume von Tieren und Pflanzen. Heil abschließend: „Jeder und jede kann einen Beitrag zum Erhalt der Stadtnatur leisten: Engagieren Sie sich in Bürgerinitiativen, bei öffentlichen Bürgerbeteiligungen oder bei Ihrer örtlichen BUND-Gruppe für den Erhalt unserer Stadtnatur.“

Weitere Informationen unter www.bund.net/stadtnatur. 

red