Corona-Virus in Bayreuth: Wird Bayreuth zur Modellregion?

BAYREUTH. Das Corona-Infektionsgeschehen ist unverändert diffus, konkrete Hotspots können jedoch nicht ausgemacht werden. „Wie sich der 7-Tage-Inzidenzwert in den kommenden Tagen entwickelt, ist daher nicht vorhersehbar“, so der Pressesprecher der Stadt, Joachim Oppold. Derzeit befindet sich der Inzidenzwert der Stadt Bayreuth wieder über 100.

Aus diesem Grund hat der Einzelhandel wieder geschlossen. Die Gastronomie steht sowieso seit Ende letzten Jahres, bis auf das To-go-Geschäft, still. In den vergangenen Wochen wurde viel geplant, wie eine Unterstützung für Gastronomen, Einzelhändler und Unternehmer aussehen kann. Ein Hoffnungsschimmer für Lockerungen ist eine erfolgreiche Bewerbung zur Modellregion. Ob Bayreuth den Zuschlag erhält, liegt bei der Bayerischen Staatsregierung. Die Entscheidung wurde aufgrund der derzeit landesweit hohen Inzidenzwerte allerdings um zwei Wochen nach hinten verschoben. Voraussetzung ist unter anderem eine Testkapazität für rund zehn Prozent der Einwohner. Das heißt, es muss für 7.500 Bayreuther pro Tag möglich sein, getestet zu werden. Derzeit haben etwa 1.000 Bürger täglich diese Möglichkeit. „Oberbürgermeister Thomas Ebersberger hat die Bewerbung in einem Schreiben an den Bayerischen Ministerpräsidenten auf den Weg gebracht. Er weist auf die Bedeutung der Stadt als Oberzentrum hin. Nicht zuletzt mit Blick auf die laufenden Vorbereitungen zur Durchführung der Bayreuther Festspiele ist die Stadt prädestiniert, eine zeitweilige Aufhebung des Lockdown zu erproben“, sagt Joachim Oppold. „Wir haben unter anderem mit der sehr kurzfristigen Inbetriebnahme von lokalen Schnelltestzentren, aber auch mit einer ganzen Reihe weiterer Maßnahmen, zum Beispiel der ‚darf-ich-rein‘-App für Gastronomie und Kulturschaffende, die Veranstaltungsreihe ,Summertime‘ im vergangenen Sommer, die Genehmigung für Schausteller ihre Stände in der Innenstadt aufzubauen, bewiesen, dass die Verantwortlichen in der Lage ist, schnell auf kurzfristige Änderungen zu reagieren.“


Drittes Impfzentrum für Bayreuth

Um die Pandemie weiter in den Griff zu bekommen haben Stadt und Landkreis am vergangenen Freitag ein drittes Impfzentrum in der Turnhalle des Alten Stadtbades in Betrieb genommen. „Bereits Ende 2020 haben wir in Rekordzeit gemeinsam mit dem Landkreis Bayreuth die Stadtbadturnhalle zu einem Impfzentrum umgerüstet. Ich bin froh, dass wir frühzeitig ein drittes Impfzentrum vorgesehen haben. Derzeit sind größere Impfstofflieferungen angekündigt, sodass wir in der Stadtbadturnhalle loslegen können“, erklärt OB Thomas Ebersberger. Für die Abläufe vor Ort sind die Malteser Waischenfeld als Betreiber verantwortlich. Vorerst soll an drei April-Wochenenden geimpft werden. Öffnungszeiten sind jeweils freitags von 13.45 bis 20.15 Uhr, samstags von 13.45 bis 20.15 Uhr und sonntags von 11.15 bis 17.45 Uhr. Täglich sind im Stadtbad 204 Impfungen geplant. Anmeldungen verlaufen über das gleiche Verfahren wie in den anderen Impfzentren in der Johannes-Kepler-Realschule und der Sana-Klinik Pegnitz. „Jetzt werden wir das Impftempo weiter steigern – und das ist ein wichtiger Schritt im Kampf gegen die Pandemie“, so Landrat Florian Wiedemann. „Mit den Maltesern haben wir echte Fachleute an unserer Seite, die sich schon in der Zusammenarbeit mit den mobilen Impfteams als verlässlicher Partner erwiesen haben. So aufgestellt blicken wir hoffnungsfroh auf die nächsten Wochen.“

jm