Corona-Virus in Bayreuth: Wann öffnen die Freibäder wieder?

BAYREUTH. Endlich ist der Monat Mai da, doch das bedeutet nicht nur, dass es endlich wärmer wird, sondern eröffnen in diesem Monat meist auch wieder die Freibäder und Badeseen. Die derzeitige Corona-Situation und die hohen Inzidenzwerte lassen eine Öffnung allerdings in weite Ferne rücken. Bereiten sich die Freibäder trotzdem auf eine baldige Öffnung vor oder liegen alle Vorbereitungen auf Eis?

„Wir haben die letzten Monate viel Vorarbeit geleistet, dass wir möglichst schnell und unkompliziert öffnen können, sobald die Regierung das Go gibt“, erklärt Jeanette Bayerlein, Betriebsleitung CabrioSol in Pegnitz. „Aber bis dahin müssen wir abwarten, wir haben alle Wartungen, die im Herbst angestanden hätten, vorgezogen, alle Bereiche gereinigt, saniert und repariert. Letztes Jahr haben wir zudem ein gutes Hygienekonzept ausgearbeitet, das sehr gut funktioniert hat. Auf dem werden wir auch in dieser Saison aufbauen“. Auch David Schielke von der Verwaltungsgemeinschaft Trebgast in Bezug auf den Badesee Trebgast: „Wann wir dieses Jahr eröffnen, steht noch in den Sternen, wir treffen allerdings natürlich trotzdem alle jährlichen Vorbereitungen für eine mögliche Eröffnung. Auch wir haben ein Hygienekonzept vom letzten Jahr, welches wir als Grundlage nehmen“. Doch wie die Auflagen der Regierung aussehen werden, weiß derzeit niemand. Wird es bei Öffnung auch hier eine Test- oder Impfpflicht geben? Werden dann überhaupt Gäste kommen?


Das macht auch Uli Gesell, Betriebsleiter der Therme Obernsees, Sorgen: „Der Zulauf ist noch nicht genau einzuschätzen. Verschieden Faktoren spielen eine Rolle. Es wird bei einem Teil der Bevölkerung sicher Zurückhaltung geben, Einfluss wird auch der Anzahl der Impfungen zum Wiedereröffnungszeitpunkt haben. Eine offene Frage ist, welche Einschränkungen die Gäste mit einem Besuch in Kauf nehmen müssen und die jeweilige Urlaubssituation in den Sommerferien wird hinsichtlich der Nachfrage eine Rolle spielen“.

Um trotzdem für alle Situationen gerüstet zu sein, hat die Therme Obernsees die letzten Monate, in denen die Therme geschlossen war, genutzt, um Arbeiten zu erledigen, die sonst in den kommenden Wochen angefallen wären: „Unsere Vorbereitungen für eine mögliche Wiedereröffnung sind im Gange. Wir haben unsere Becken und Anlagen seit der behördlichen Schließung am 02. November 2020 durchgehend im reduzierten energetisch vertretbaren Betriebsstatus gehalten. Eine wichtige Maßnahme während der Wintertage, um besonders die Fliesen vor Frost zu schützen. Die Becken wurden zudem im April 2021 einer vorgezogenen Revision unterzogen, die eigentlich immer im September stattfindet. Wir nutzen die Schließungszeit, um Schönheitsreparaturen zu machen“, so Uli Gesell. „Welche Hygienemaßnahmen zum Wiedereröffnungszeitpunkt für Bäder und Thermen gelten werden, ist noch nicht bekannt, im Übrigen gibt es für uns trotz der angekündigten Öffnungsschritte in Bayern ab 21. Mai 2021 bis jetzt noch keine Öffnungsperspektive. Wir haben 2020 grundsätzlich gute Erfahrungen gemacht, unser Hygienekonzept hat sich in der Praxis bewährt. Wir werden alle Anforderungen, die an uns mit der Wiedereröffnung gestellt werden, umsetzen, um unseren Gästen einen angenehmen und möglichst reibungslosen Aufenthalt zu ermöglichen“.
Die Lohengrin Therme hat ähnliche Probleme, wie die Therme Obernsees, doch auch Jan Koch, Pressesprecher der Stadtwerke Bayreuth, sieht positiv in die Zukunft: „Wir tun alles, um schnellstmöglich wieder hochzufahren, wenn es soweit sein sollte. Die Lohengrin Therme läuft seit dem erneuten Lockdown im Standby-Betrieb. Das heißt, alle Systeme laufen auf kleiner Stufe: Wir heizen zum Beispiel, weil wir durch die Feuchtigkeit sonst ein Schimmelproblem bekämen. Da sich Wasser in unseren Becken befindet, muss auch unsere Wasseraufbereitung laufen, damit sich keine Keime bilden. Das alles trägt dazu bei, dass wir die Therme zügig wieder öffnen können, sobald die Staatsregierung das erlaubt. Sollten wir grünes Licht bekommen, holen wir unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der Kurzarbeit zurück, reinigen die Therme gründlich und fahren die Technik wieder hoch“. Jan Koch vermutet, dass es ähnliche Hygienekonzepte wie im vergangenen Jahr geben wird, mit einer Höchstanzahl an Badegästen.

Auch im Kreuzsteinbad laufen die Vorbereitungen wieder auf Hochtouren.
„Wir lassen das Wasser, das über den Winter im Becken war, ab. Außerdem bauen wir den Schutz des Beckenkopfes ab – jener Teil des Beckens, der außerhalb des Wassers liegt. Dann reinigen und desinfizieren wir jeden Quadratzentimeter der Becken und füllen sie anschließend wieder. Zudem müssen wir die Technik hinter den Becken – Rohrleitungen, Pumpen, Filter – wieder in Betrieb nehmen. Und natürlich brauchen auch Büsche, Wiesen und Bäume eine pflegende Hand. Wir liegen sehr gut im Zeitplan und sind mit unserer Saisonvorbereitung fast fertig“, erklärt Jan Koch. Alle stehen also in den Startlöchern und warten nur noch auf die Entscheidungen der Regierung.

jm