Bayreuth Tigers: Karlsson ärgert die Windhunde

BAYREUTH – Ein skandinavischer Wirbelsturm hat den zuletzt fünfmal in Folge siegreichen Kassel Huskies fast sämtliche Stärken genommen: Am Ende verloren die Bayreuth Tigers gegen die ambitionierten Gäste, den Tabellenführer der DEL 2 mit 4:5 nach Penaltyschießen. Und hatten die Sensation auf der Kelle, scheiterten am Ende an der fehlenden Kraft und Konzentration und einem stark haltenden Youngster Leon Hungerecker.

Das Spiel hatte dabei zwei Namen: Brett Cameron und Simon Karlsson. Der schussstarke schwedische Verteidiger stellte im Duell der beiden punktbesten Defender der Liga, Kurt Davis auf Bayreuther Seite und Kassels Topscorer Troy Rutkowski, die zwei Topverteidiger klar in den Schatten und avancierte mit seinem ersten Dreierpack im Tigers-Jersey zum Mann des Spiels. Nach nur zwei Minuten tanzte er das erste Mal Schlitten mit den Windhunden. Zwei Schlenker und der Weg zum Führungstreffer war frei für den baumlangen Skandinavier. So schön dieser Treffer auch war, sein zweiter war noch ein Stückchen sehenswerter. Erneut tankte er sich filigran durch die Abwehrreihe der Huskies und vollendete zielsicher. “Wir  haben defensiv sehr gut gearbeitet und waren gut am Mann”, sah Trainer Petri Kujala den Schlüssel zur Führung im Abwehrverbund.

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Huskies zeigen Zähne

Doch der Tabellenführer wäre nicht der Primus, würde er nicht Zähne zeigen. Und das taten die Schützlinge von Trainer Tim Kehrer: Keine zwei Minuten nach Wiederbeginn war es in einem unheimlich intensiv geführten Spiel Joel Keussen, der für die Hessen verkürztet. Die schönen Tore allerdings, die waren Bayreuth vorbehalten. Clever-Fit-Topscorer Ville Järveläinen lauschte einen Abpraller am langen Pfosten und ab und erhöhte. Die Gäste aber gaben sich nicht geschlagen. Spitzner traf durch die Schoner des bärenstarken Timo Herden zum neuerlichen Anschluss. Ins selbe Tor traf dann erneut Simon Karlsson, der mit seinem dritten Treffer wieder auf einen Zwei-Tore-Vorsprung schraubte. In einer Partie voller Emotionen waren es dann wieder die Gäste die Oberwasser hatten. Mit einem Doppelpack binnen 33 Sekunden egalisierte der von seinem Coach auf die andere Angriffsseite beorderte Brett Cameron in einem sehr sehenswerten Spiel. “Da haben wir leider schlecht verteidigt und die Geduld verloren”, so Kujala. Es ging rauf und runter, kein Team konnte sich echte Feldvorteile erarbeiten. Und so ging es in die Verlängerung, in der Tyler Gron zwei dicke Möglichkeiten hatte, die Partie zu entscheiden. Am Ende war es das Penaltyschießen, das die Entscheidung bringen sollte. Und dort traf Ryan Moser entscheidend.

Bayreuth: Herden, Wölfl – Davis, Schug; Mannes, Karlsson; Schmitz, Pokovic – Gron, Kolozvary, Davidek; Järveläinen, Rajala, Lillich; Meisinger, Schumacher, Bindels; T. Zimmermann.

Kassel: Hungerecker, Kuhn – Dinger, Rutkowski, Müller, Shevyrin, Tramm, Keussen, Bojarin – Cornet, Olsen, Laub; Cameron, Moser, Saponari; Spitzner, Valentin, Breitkreuz; Granz, Kranz, Schmidpeter.

Tore: 1:0 (2.) Karlsson (Järveläinen, Lillich), 2:0 (13./PP) Karlsson (Järveläinen, Schumacher), 2:1 (22.) Keussen (Moser, Saponari), 3:1 (27.) Järveläinen (Meisinger), 3:2 (36./PP) Spitzner (Laub, Rutkowski), 4:2 (48.) Karlsson (Bindels, Schumacher), 4:3 Cameron (Moser), 4:4 (51.) Cameron (Valentin, Breitkreuz), 4:5 Moser (GWS).

Schiedsrichter: Lajoie, Schütz – Sauer, Schlotthauer.

Strafzeiten: Bayreuth 12 plus 10 gegen Davis, Kassel 8 plus 10 gegen Cameron. Penalty: Bayreuth 1/3, Kassel 1/5.

Zuschauer: keine.