Veröffentlicht am 17.03.2023 12:43

Verein Hamsterbacke erhält Umweltpreis der Stadt Bayreuth

Hamsterbacke Bayreuth: Der Verein erhält den Umweltpreis der Stadt Bayreuth 2022. (Foto: Lenkeit)
Hamsterbacke Bayreuth: Der Verein erhält den Umweltpreis der Stadt Bayreuth 2022. (Foto: Lenkeit)
Hamsterbacke Bayreuth: Der Verein erhält den Umweltpreis der Stadt Bayreuth 2022. (Foto: Lenkeit)
Hamsterbacke Bayreuth: Der Verein erhält den Umweltpreis der Stadt Bayreuth 2022. (Foto: Lenkeit)
Hamsterbacke Bayreuth: Der Verein erhält den Umweltpreis der Stadt Bayreuth 2022. (Foto: Lenkeit)

BAYREUTH. Der Verein Hamsterbacke aus Bayreuth ist 2019 angetreten, mit dem Ziel den Klimaschutz und die Ernährungswende vor Ort voranzutreiben. 2020 eröffnete die Hamsterbacke den ersten und bis jetzt einzigen Unverpackt-Laden in Bayreuth.

Für diese Pionierarbeit erhält der Verein Hamsterbacke den Umwelt- und Naturschutzpreis der Stadt Bayreuth 2022. Die Macher erhalten den Preis am Donnerstag (23. März 2023) im Rathaus von Oberbürgermeister Thomas Ebersberger überreicht. Die Auszeichnung ist mit 2.500 Euro dotiert.

Bayreuth: Hamsterbacke erhält Umweltpreis

Er ist das Aushängeschild des Vereins, der den gleichen Namen trägt: der Unverpackt-Laden Hamsterbacke in der Unteren Maxstraße in Bayreuth. Doch hinter dem Verein steckt noch viel mehr. Rund 670 Mitglieder haben sich seit der Gründung vor knapp vier Jahren der Hamsterbacke angeschlossen. Die haben es sich zur Aufgabe gemacht, das Umweltbewusstsein in Bayreuth in vielen Bereichen des täglichen Lebens zu schärfen. „Wir führen als Verein Vorträge und wollen Interessierte rund um Ernährung und Umweltschutz beraten“, erklärt Julia Riegel aus dem Vorstand. Lies auch: Am 10. März hat ein neuer Supermarkt in der Bayreuther Innenstadt eröffnet.

Der Laden als Ankerpunkt der Hamsterbacke kam ein Jahr später hinzu. Die Idee ist simpel – und für Bayreuth doch absolut neu gewesen: Einkaufen ohne Verpackungsmaterial. „Wer in der Hamsterbacke einkauft, bringt entweder leere Dosen oder Gläser von zu Hause mit, oder kann sich hier welche leihen. Darin werden dann Schüttwaren eingefüllt“, sagt Riegel.

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Dass der Verein nun den alle zwei Jahre verliehenen Umweltpreis bekommt, sieht man als Bestätigung und Ansporn. „Wir wissen, dass wir ihn bekommen. Worauf wir gespannt sind, ist die Begründung“, ergänzt Christian Dobelke, ebenfalls Vorstand im Verein.

Hamsterbacke will regionale Erzeuger um Bayreuth stärken

Der Laden steht jedem für den täglichen Einkauf offen. Mitglieder des Vereins beteiligen sich mit einer Einlage in Höhe von 50 bis 200 Euro am Verein und zahlen eine Mitgliedsgebühr. Dafür zahlen sie dann rund zehn bis 15 Prozent weniger. Die Preise der Hamsterbacke liegen höher als im herkömmlichen Supermarkt – und das hat einen konkreten Grund. „Wir wollen die regionalen Erzeuger stärken. Für die wollen wir faire Preise, deshalbhalb verzichten wir weitestgehend auf Preisverhandlungen“, erklärt Sabine Düreth, die ebenfalls im Vorstand aktiv ist.

Die Basis der Hamsterbacke soll eine faire Geschäftsbeziehung sein – und das scheint sich auszuzahlen. Mittlerweile ist man Teil des Biogroßhandels und hat über 100 verschiedene Lieferanten. Die reichen von Bayreuth-Destuben für Eier bis nach Mittelamerika für Kaffee. „Und der kommt auch noch per Segelschiff nach Europa“, ergänzt Düreth nicht ohne Stolz.

Verkaufsschlager Kaffee in der Hamsterbacke Bayreuth

Als Verkaufsschlager haben sich ebenjener Kaffee sowie Haferflocken und Brot etabliert. „Grundnahrungsmittel also. Die sollen nur möglichst kurze Wege vom Erzeuger bis zum Verbraucher zurücklegen müssen“, ist Dobelke überzeugt.

Zweifel daran, ob das kleine Bayreuth für einen Unverpackt-Laden bereit sei, habe man nie gehabt. „Eine Stadt wie Bayreuth braucht so etwas“, hält Riegel fest. „Bei uns kaufen umweltbewusste Studenten ebenso ein wie Rentner, die sich auch nach einem Pläuschchen beim Einkaufen sehnen. Lies auch: Das Landratsamt Bayreuth hat die Gewinner seines Klimagewinnspiels ausgezeichnet.

Hamsterbacke wird bald Genossenschaft

Fünf Personen arbeiten in der Hamsterbacke mittlerweile. „Drei festanstellte Teilzeitkräfte und zwei Personen auf Mini-Job-Basis“, zählt Dobelke auf. Dazu kommen zu Stoßzeiten an den Samstagen ehrenamtliche Vereinsmitglieder.

Und die Hamsterbacke entwickelt sich weiter. Noch in diesem Jahr erfolgt die Ausgründung als Genossenschaft. Dann gilt der Verein Hamsterbacke als gemeinnützig und kann sich um Fördergelder bewerben. Der Weg hin zu einer nachhaltigen Lebensweise hat in der Hamsterbacke erst begonnen – und man wähnt sich längst noch nicht am Ende.


Von Jürgen Lenkeit
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