Bayreuth Baroque 2023: „Ein bisschen Big Brother“ und ein absoluter Weltstar kommen

BAYREUTH. Bayreuth Baroque 2023 soll größer werden als seine drei Vorgänger und noch mehr Zuschauer erreichen. Zwei szenische Opern sollen die Highlights des Festivals werden. Das findet vom 7. bis 17. September 2023 im Markgräflichen Opernhaus in Bayreuth statt.

Am Freitag (20. Januar 2023) stellten Geschäftsführer Dr. Clemens Lukas und der künstlerische Leiter Max Emanuel Cencic im Schloss Birken in Bayreuth das Programm von Bayreuth Baroque 2023 vor.

Anzeige

Bayreuth Baroque 2023: Das ist geplant

Bayreuth Baroque geht 2023 in die vierte Runde. Die Schlagzahl soll erhöht werden. Statt 3.800 Zuschauern 2022 im relativ kleinen Markgräflichen Opernhaus will man 2023 mindestens 5.000 Zuschauer erreichen. Dazu kommen jene über TV und Streaming. „Seit September haben über eine Million Menschen die vergangenen Aufführungen von Bayreuth Baroque gestreamt“, sagt Cencic stolz.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Der Rahmen für die Programmvorstellung von Bayreuth Baroque hätte nicht besser gewählt sein können. Zu Füßen eines Portraits der Markgräfin Wilhelmine in Schloss Birken, barocken Gönnerin und Stilgeberin im Bayreuth des 18. Jahrhunderts, präsentierten Lukas und Cencic das Geplante.

2023 neu mit dabei: Schloss Colmdorf in Bayreuth. Das „barocke Kleinod“, wie Cencic es voller Bewunderung nannte wird Schauplatz dreier Gala-Dinners nach Opernaufführungen werden. Wie Schloss Birken befindet es sich im Privatbesitz der Familie Rothenbücher. Sie ist 2023 Partner von Bayreuth Baroque.

Zwei szenische Opern bei Bayreuth Baroque 2023

„Flavio Re de‘ Longobardi“ von Georg Friedrich Händel

Gab es 2022 mit „Alessandro nell‘ Indie“ beim letzten Bayreuth Baroque eine szenische Oper, wächst deren Anzahl 2023 auf zwei. Mit „Flavio Re de‘ Longobardi“, einer Oper von Georg Friedrich Händel, wird Bayreuth Baroque 2023 am 7. Oktober eröffnet. Der Künstlerische Leiter Cencic möchte diese zuletzt in den 1990er Jahren gespielte Oper wieder auf die Bühne bringen. Nach eigenen Worten handelt es sich um eine politische Satire, in der das Lächerliche und Lustige ins Tragische schlagen“, kündigte Cencic an ergänzt: „Ein barockes ‚Big Brother‘, wenn Sie so wollen.“

„L’Orfeo“ von Claudio Monteverdi

In krassem Gegensatz zu Flavio Re steht die andere szenische Oper: Orpheus von Monteverdi läutete um 1607 die Operngeschichte quasi ein. Aufgeführt wird eine Interpretation des Opheus, der 2017 in Athen Weltpremiere. Bei Bayreuth Baroque gibt es die Deutschlandpremiere. In der Titelrolle wird niemand geringeres als Weltstar Rolando Villazón sein Stelldichein in Bayreuth geben. Und: „Es wird ein blutrünstiges Gemetzel geben“, kündigt Cencic fast schon „opernunlike“ an. Dranglauben muss Titelheld Orpheus persönlich, der von den irren Mänaden aus dem Gefolge des Bacchus hingemetzelt wird.

Bayreuth Baroque auch 2023 mit satter Förderung

Dr. Clemens Lukas, Geschäftsführer des Opernfestivals gibt sich zuversichtlich, über 5.000 Zuschauer ins Markgräfliche Opernhaus locken zu können. Als relativ kleines Opernhaus ist es mit rund 500 Besuchern bereits ausgelastet. Ein Drittel der Vorjahresgäste seinen 2023 aus dem Ausland gekommen, vorzugsweise Frankreich, der Schweiz, Österreich und Japan. „Das dürfte 2023 ähnlich werden“, mutmaßt er über die Gäste.

Der Bezirk Oberfranken ist 2023 erstmals Förderer von Bayreuth Baroque, der Bund fördert das Festival mit 500.000 Euro. Dazu kommen der Freistaat Bayern, und, nicht zu vergessen: „die Stadt Bayreuth als Ankerförderer“, wie Lukas dankend in Richtung Oberbürgermeister Thomas Ebersberger sagt. Die Stadtverwaltung hat 2023 knapp 400.00 Euro für Bayreuth Baroque eingepreist. Eine finale Zustimmung durch den Stadtrat gilt als wahrscheinlich.

Bayreuth Baroque findet vom 7. bis 17. September 2023 statt. Karten gibt es ab dem 27. Januar im Vorverkauf.

jle