Auch weiterhin Wachstum

BAYREUTH. „Unsere im Jahr 2019 gefahrene Kampagne ,Ja zum Meister‘ war ein voller Erfolg. Handwerksberufe haben Nachhaltigkeit und schaffen Werte“, betonte Präsident Thomas Zimmer beim Jahrespressegespräch der Handwerkskammer für Oberfranken.

„Aber vor allem schafft Handwerk Arbeitsplätze, Ausbildungen und Wissen. Das Handwerk denkt in Generationen und nicht in jährlichen Bilanzen“, so Thomas Zimmer.
Weltweit habe der Meistertitel einen hohen Stellenwert, das Konzept „Ja zum Handwerk“ war der größte politische Erfolg. Vor allem ist der Meistertitel ein nachgefragtes „Exportgut“, beispielweise in China oder Indien.
Deshalb ist es den Mitgliedern der Handwerkskammer besonders wichtig, dass die Nachhaltigkeit gesichert wird. „Unsere Forderung an die Politik ist es deshalb, dass das Handwerk in der Flächenpolitik berücksichtigt wird und eine infrastrukturelle Anbindung für die Betriebe geschaffen wird“, so Thomas Zimmer. Vor allem aber wird die Nachhaltigkeit der Bildung angesprochen, die weiter gestärkt werden müsste. Die Ausbildung zum Handwerk sollte ähnlich gehandhabt werden wie ein Studium.

 

Um den Handwerksberuf wieder attraktiver zu machen hat die Handwerkskammer für Oberfranken ein Kooperationsprojekt mit dem WWG in Bayreuth, das im Schuljahr 2019/20 gestartet ist. Die Ziele sind, dass sich so ein leistungsstarker Nachwuchs für das Handwerk gewinnen lässt und dass sich dieses Projekt zudem auf weitere Gymnasien ausweitet.
Die Ausbildung zum Handwerk muss wieder attraktiver werden, damit sich junge Menschen wieder engagieren, Betriebe übernehmen zu wollen. 60 Prozent der Betriebsinhaber sind zirka 51 Jahre und 40 Prozent der Betriebsinhaber sind 56 Jahre und älter.

 

Damit allerdings für junge Menschen eine Betriebsübernahme attraktiver wird, müsste laut Thomas Zimmer mehr Nachhaltigkeit in der Wirtschaft vorhanden sein. Betriebsübergaben müssten erleichtert, die Bürokratie abgebaut und die Steuern gesenkt werden. „Das Handwerk ist schließlich ein Kulturerbe, denn kein Wirtschaftszweig hat Kulturgeschichte so sehr geprägt wie das Handwerk“, so Thomas Zimmer.
„Unsere Geschäftslage ist hervorragend, wir konnten auch 2019 unser hohes Niveau halten, aber es fehlt halt an Nachwuchskräften, die uns unterstützen und diese Tradition dann weiterführen.“

 

„Die Prognose für 2020 deutet auch weiterhin auf ein Wachstum bei Beschäftigten und Umsatz hin. Deshalb ist es uns besonders wichtig, in Bildung zu investieren“, so HWK-Hauptgeschäftsführer Thomas Koller. Heuer soll vor allem an der nachhaltigen Weiterentwicklung der Betriebe, der Digitalisierung, sowie der Mitarbeitergewinnung und -bindung gearbeitet werden.
Thomas Zimmer jedenfalls ist optimistisch: „Wir sind Handwerk. Oberfranken kann Handwerk“. jm