Veröffentlicht am 13.10.2022 16:19
Veröffentlicht am 13.10.2022 16:19

Gastro in Oberfranken schlägt Alarm: Viele Betriebe fürchten Pleite

Gastro in Oberfranken schlägt Alarm: Viele Betriebe fürchten Pleite (Foto: pixabay/Shutterbug75)
Gastro in Oberfranken schlägt Alarm: Viele Betriebe fürchten Pleite (Foto: pixabay/Shutterbug75)
Gastro in Oberfranken schlägt Alarm: Viele Betriebe fürchten Pleite (Foto: pixabay/Shutterbug75)
Gastro in Oberfranken schlägt Alarm: Viele Betriebe fürchten Pleite (Foto: pixabay/Shutterbug75)
Gastro in Oberfranken schlägt Alarm: Viele Betriebe fürchten Pleite (Foto: pixabay/Shutterbug75)

BAYREUTH. Die Lage und Stimmung im oberfränkischen Gastgewerbe hat sich im September dramatisch verschlechtert. Angesichts explodierender Kosten und sinkender Umsätze bangen 51,7 Prozent der Betriebe insbesondere aufgrund der hohen Energiepreise um ihre Existenz. Das geht aus einer aktuellen Umfrage des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes DEHOGA Bayern hervor.

Im Vergleich zum August sind das fast doppelt so viele Betriebe mit Existenzangst, vor einem Monat lag der Wert noch bei 26,9 Prozent. Fast jeder dritte Betrieb (34,5%) befürchtet, im Jahr 2022 in die Verlustzone zu geraten, für 2023 gibt das mehr als jeder zweite Betrieb (44,8%) an.

Restaurants und Hotels in Oberfranken fürchten im Existenz

Mit Blick auf die Ergebnisse der Bund-Länder-Gespräche fordert der Vorsitzende des Bezirks Oberfranken Joachim Kastner mehr Tempo bei den von der Politik angekündigten Entlastungsmaßnahmen: „Der Beschluss des Treffens der Bund-Länder-Runde ist enttäuschend und lässt viele Fragen unbeantwortet. Es ist weiterhin unklar, wie insbesondere die Gas- und Strompreisbremse ausgestaltet wird, in welchem Umfang sie eine wirksame Unterstützung der Unternehmen leisten wird und wann sie in Kraft tritt. Es geht um Rahmenbedingungen und nicht um ein unbezahlbares Rund-um-sorglos-Paket.” Deshalb müssten endlich konsequent und schnell die Ursachen der Energiepreisexplosionen anpackt werden.“

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Wie die Ergebnisse der DEHOGA Bayern-Umfrage belegen, erlebt die Branche eine beispiellose Kostenexplosion bei Energie, Lebensmitteln und Personal. Laut den Angaben der Umfrageteilnehmer wachsen die Energiekosten ab Oktober 2022 um durchschnittlich 70 Prozent, ab Januar 2023 um 86 Prozent. 5,3 Prozent vermelden bereits im September Kostenerhöhungen von über 200 Prozent und mehr. Für 84,6 Prozent der Betriebe stellen die extremen Energiekostensprünge die größte aktuelle Herausforderung dar. Erschwerend hinzu kommen die in die Höhe schnellenden Preise für Lebensmittel und Getränke mit einem Plus im September von 28 Prozent beziehungsweise 17 Prozent gegenüber Vorjahresmonat, sowie die Kosten für Personal, die im September um 18 Prozent höher lagen als im Vorjahresmonat. In der Folge gehören die steigenden Lebensmittelpreise für 80,8 Prozent und die steigenden Personalkosten für 76,9 Prozent der Betriebe neben den Rekord-Energiepreisen zu den größten Herausforderungen der Branche. In den meisten Betrieben können die exorbitanten Kostensteigerungen nur teilweise über Preissteigerungen an die Gäste weitergegeben werden, so das Ergebnis der DEHOGA Bayern-Umfrage.

Restaurants und Hotels mit Umsatzeinbruch im September 2023

Die drastischen Folgen der Krise zeigen sich auch im fehlenden Geschäft. Im September lagen die Umsätze der Restaurants und Hotels mit einem Minus von 13,5 Prozent wieder deutlich unter dem Vorkrisenniveau im September 2019. Für den Zeitraum von Januar bis September meldet die Branche ebenfalls ein Umsatzminus von 13,5 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum 2019. Bereits in den vergangenen zwei Jahren mussten die Gastronomen und Hoteliers coronabedingte Umsatzverluste von jeweils real rund 40 Prozent verkraften. Auch ausweislich der Zahlen des Statistischen Bundesamtes droht 2022 für die Branche zum dritten Verlustjahr in Folge zu werden.


Von Jürgen Lenkeit
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