Arbeitslosenzahlen in Bayreuth sinken im November: Dennoch besteht Grund zur Sorge

BAYREUTH. Die Zahl der Arbeitslosen im Raum Bayreuth geht im November 2022 nochmals leicht zurück. Der Abstand zu den Arbeitslosenzahlen im November 2021 nimmt aber weiter zu.

Die Nachfrage nach Arbeitskräften bleibe jedoch trotz Unsicherheiten weiter hoch, wie die Agentur für Arbeit im Bereich Bayreuth-Hof meldet. Weitere Erkenntnis des Novembers: Menschen mit Behinderung haben es auch weiterhin schwerer auf dem Arbeitsmarkt.


Arbeitslosenzahlen Bayreuth-Hof im November 2022

„Trotz des nahenden Winters und zunehmender saisonbedingter Arbeitslosmeldungen gab es im November auf dem Arbeitsmarkt viel Bewegung, welche die Zahl der Arbeitslosen erneut leicht sinken ließ. Die Arbeitslosenquote blieb stabil bei 3,7 Prozent. Sie liegt damit allerdings 0,5 Prozentpunkte über dem Vorjahresniveau“, zieht Sebastian Peine, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bayreuth-Hof, Bilanz für die Region. Profitieren kann im Vorjahresvergleich weiterhin allein der Personenkreis der Langzeitarbeitslosen. Auch hier wird der Abstand jedoch kleiner. Mit 2.386 Langzeitarbeitslosen waren gegenüber dem Vorjahr 233 Personen weniger registriert, die bereits länger als ein Jahr ohne Beschäftigung waren. Ihr Anteil an allen Arbeitslosen sank auf gut 25 Prozent.




„Schwerbehinderte Menschen haben es hingegen auch aktuell auf dem Arbeitsmarkt schwerer als Personen ohne Handicap. Sie profitieren nicht in gleichem Maße von einer günstigen Arbeitsmarktlage. Daran hat auch der zunehmende Fachkräftemangel bisher nichts geändert. Dabei sind arbeitslose Menschen mit Schwerbehinderung gut qualifiziert. Anteilig finden sich bei schwerbehinderten Arbeitslosen etwas mehr Personen mit abgeschlossener Berufsausbildung als bei nicht-schwerbehinderten Arbeitslosen. Dennoch gelingt es ihnen seltener, wieder in Beschäftigung zu kommen“, sagt Peine weiter.

Arbeitslose in Bayreuth: Das sind die Zahlen für Stadt und Land

In Stadt und Landkreis Bayreuth war die Zahl der Arbeitslosen erneut leicht rückläufig. Im Landkreis wirkte sich der Rückgang auch auf die Arbeitslosenquote aus, sie sank wieder unter die 3 Prozentmarke. Weiterhin waren hier 25 Prozent mehr Menschen arbeitslos gemeldet, als im Vorjahresmonat. Lediglich beim Personenkreis der Langzeitarbeitslosen gab es 13 Arbeitslose weniger. Im Stadtgebiet waren über alle Personengruppen hinweg 20,9 Prozent mehr Männer und Frauen von Arbeitslosigkeit betroffen als ein Jahr zuvor.

3.340 Menschen mit Schwerbehinderung leben im Stadtgebiet Bayreuth, 6,7 Prozent der Bevölkerung zwischen 15 und 64 Jahren (Stand 31.12.21). Im Landkreis sind es 4.310 Personen bzw. 6,6 Prozent. Ihr Anteil an allen Arbeitslosen liegt hingegen bei 13,7 bzw. 13,9 Prozent.

Die Nachfrage nach Arbeitskräften zog gegenüber dem Vormonat insbesondere in der Stadt wieder deutlich an, im Landkreis bewegte sie sich auf gleichbleibendem Niveau. Es konnten insgesamt 552 neue Stellenmeldungen ange-nommen werden, 72 mehr als im Oktober und 63 mehr als im Vorjahresmonat.

Gesucht wurde überwiegend für die Zeitarbeitsbranche. Auch die öffentliche Verwaltung hatte größeren Bedarf, ebenso wie der Bereich der freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen, hier insbesondere für Tätigkeiten in Rechts-, Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung.

Seit Jahresbeginn wurden im Raum Bayreuth 5.735 offene Stellen gemeldet, 382 weniger als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Der aktuelle Stellenpool liegt bei 3.177 Angeboten aus allen Branchen und Berufen.

red