Altstadt klopfte vor 40 Jahren ans Tor zur Bundesliga

BAYREUTH. Die SpVgg Bayreuth kämpft um den Aufstieg in die Erste Fußball-Bundesliga – manch jüngerer Zeitgenosse mag da ungläubig schauen, doch vor ziemlich genau 40 Jahren, am 14. Juni 1979 war es tatsächlich soweit: Die Altstadt empfing vor 22.000 Zuschauern Bayer 05 Uerdingen zum Relegations-Hinspiel um den Aufstieg in die Eliteklasse des deutschen Fußballs.

Die SpVgg Bayreuth hatte in der Saison 1978/79 unter Trainer Heinz Elzner einen absoluten Höhenflug in der damaligen Zweiten Bundesliga Süd. Mit dem TSV 1860 München lieferten sich die Altstädter ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den ersten Tabellenplatz und den damit verbundenen direkten Aufstieg in die Erste Bundesliga.
Zwei Spieltage vor Saisonende lag Bayreuth einen Punkt hinter den Löwen. Am 37. Spieltag ging es zu Hause gegen den um den Klassenerhalt kämpfenden FSV Frankfurt. Für die Fans war es niederschmetternd, schließlich lag die SpVgg nach 40 Minuten 0:4 zurück. Auch zwei Tore in der zweiten Hälfte nützten nichts mehr, es stand eine 2:4-Heimniederlage zu Buche. Noch schlimmer machte die Niederlage, dass 1860 zeitgleich mit 1:2 bei der SpVgg Fürth den Kürzeren gezogen hatte. Bei einem Sieg wäre die Altstadt also als Tabellenführer in den 38. und letzten Spieltag gegangen, so aber blieb der Ein-Punkte-Rückstand auf die Löwen.

An diesem Abstand änderte sich auch in der Abschlusstabelle nichts mehr. Die SpVgg siegte zwar am letzten Spieltag mit 5:1 beim Tabellenletzten Borussia Neunkirchen, 1860 ließ aber mit einem 3:1-Heim-erfolg gegen den 1. FC Saarbrücken nichts mehr anbrennen und kehrte als Meister der Zweiten Bundesliga Süd ins Fußball-Oberhaus zurück.
Die Altstadt hatte als Tabellenzweiter noch eine Chance in den Aufstiegsspielen gegen den Vizemeister der Zweiten Liga Nord, Bayer 05 Uerdingen. Am Donnerstag, 14. Juni 1979, um 18.15 Uhr war es so weit: Schiedsrichter Medardus Luca aus Völklingen pfiff das Relegations-Hinspiel vor 22.000 Zuschauern im restlos ausverkauften Städtischen Stadion an. Das Fassungsvermögen der Bayreuther Arena war vor der Partie durch eine Zusatztribüne erhöht worden.
Bereits in der 13. Minute herrschte Riesenjubel, als Uwe Sommerer, genannt „Knacker“, das Leder nach einer Flanke von Klaus Brand ins Uerdinger Gehäuse einschob. Der vermeintliche Bayreuther Führungstreffer fand jedoch keine Anerkennung, der Linienrichter hatte den Ball während der Flanke im Toraus gesehen. Elf Minuten später ging die Altstadt dann aber doch 1:0 in Front: Manfred Größler verwandelte einen Strafstoß sicher zum 1:0.

In der 33. Minute glich Uerdingen dann durch Michael van de Loo zum 1:1 aus. An dem Unentschieden änderte sich bis zum Abpfiff nichts mehr.
Am Mittwoch, 20. Juni 1979, stieg dann in der Krefelder Grotenburg-Kampfbahn das Rückspiel vor 23.000 Fans. Franz Raschid brachte Uerdingen zwar in der 22. Minute mit 1:0 in Führung, Herbert Horn glich jedoch nur zwei Minuten später zum 1:1 aus. In der 85. Minute zerplatzten die Bayreuther Erstliga-Träume jedoch endgültig, Willi Götz erzielte den 2:1-Siegtreffer und sicherte Bayer Uerdingen damit den Bundesliga-Aufstieg.  rs

Zum Bild: Relegations-Hinspiel vor 22.000 Zuschauern im Städtischen Stadion gegen Bayer Uerdingen: Der Altstädter Harald Bleckert überspielt den vergeblich grätschenden Paul Hahn.  Foto: Klaus-Peter Volke