Veröffentlicht am 10.09.2026 16:06

Aktueller Stand der KI im Mammographie-Screening

Dr. med. Michael Blobner, Facharzt für Radiologie, Programmverantwortlicher Arzt im Mammographie-Screening Oberfranken Ost.<br>Radiologie · Praxis im Dürerhof, Friedrich-Ebert-Straße 21, 95448 Bayreuth, Tel.: 0921 / 78 77 78-0. (Foto: red)
Dr. med. Michael Blobner, Facharzt für Radiologie, Programmverantwortlicher Arzt im Mammographie-Screening Oberfranken Ost.
Radiologie · Praxis im Dürerhof, Friedrich-Ebert-Straße 21, 95448 Bayreuth, Tel.: 0921 / 78 77 78-0. (Foto: red)
Dr. med. Michael Blobner, Facharzt für Radiologie, Programmverantwortlicher Arzt im Mammographie-Screening Oberfranken Ost.
Radiologie · Praxis im Dürerhof, Friedrich-Ebert-Straße 21, 95448 Bayreuth, Tel.: 0921 / 78 77 78-0. (Foto: red)
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Dr. med. Michael Blobner, Facharzt für Radiologie, Programmverantwortlicher Arzt im Mammographie-Screening Oberfranken Ost.
Radiologie · Praxis im Dürerhof, Friedrich-Ebert-Straße 21, 95448 Bayreuth, Tel.: 0921 / 78 77 78-0. (Foto: red)

BAYREUTH.Das Mammographie-Screening-Programm in Deutschland ist ein bundesweites streng qualitätsgesichertes freiwilliges Vorsorgeprogramm für Frauen ab dem 50. bis zum vollendeten 75. Lebensjahr zur Früherkennung von Brustkrebs, bei dem die Frauen alle 2 Jahre ein Anrecht auf eine Mammographie haben.

Die erstellten Mammographien werden dann von zwei Ärzten unabhängig voneinander befundet. Innerhalb des Mammographie-Screenings dürfen nur Ärzte als Befunder arbeiten, die eine spezielle Ausbildung für das Screening absolviert haben und die an regelmäßigen Fallsammlungsprüfungen teilnehmen und bestehen, sowie spezielle Fortbildungsmaßnahmen absolvieren. Außerdem müssen diese Ärzte jährlich mindestens 5000 Mammographien für das Mammographie-Screening befunden. Da liegt es nahe, dass auch hier die KI (Künstliche Intelligenz) Einzug in die Analyse der Mammographie-Aufnahmen gefunden hat.

Es gibt mittlerweile weltweit etliche Firmen, die Analyse-Programme für die Mammographie entwickelt haben und diese stetig verbessern, indem sie KI-Algorithmen benutzen. Hierbei sollen diese Programme helfen Brustkrebs auf den Mammographie-Aufnahmen besser zu erkennen. Die Ergebnisse der ersten durchgeführten Studien, die die Zuverlässigkeit dieser Programme untersuchen, sind vielversprechend. In der sog. PRAIM-Studie - durchgeführt von der Universität zu Lübeck und dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH), Campus Lübeck, und in Zusammenarbeit mit der Firma Vara - soll die Entdeckungsrate für Brustkrebs um fast 18% gesteigert worden sein ohne dass es zu falschem Alarm oder unnötigen Zusatzunter-
suchungen gekommen sei.

Auf der einen Seite liegt der Nutzen der KI auf der Hand. Die KI wird nicht müde, im Gegensatz zum Menschen, und liefert eine konstante Performance, d.h. gleichbleibende Befundungsqualität in kürzester Zeit. In der Praxis jedoch zeigt sich, dass aktuell noch Verbesserungsbedarf der KI-Programme besteht. So liefern die Programme zwischen auffälligen und unauffälligen Befunden noch einen relativ großen Graubereich, in dem die KI keine zuverlässige Aussage treffen kann, ob eine Mammographie-Aufnahme als auffällig oder unauffällig eingestuft wird. Hier ist dann die Erfahrung des menschlichen Befunders gefragt, der diese Entscheidung treffen muss. Aber es gibt auch unübersehbare Nachteile in der KI-Nutzung. Sie kostet Geld in der Anschaffung und im Unterhalt. Außerdem ist ein entsprechender Rechenaufwand notwendig, der dementsprechend Energie kostet. Die Diskussionen über den Energie-verbrauch dieser Rechenzentren werden mittlerweile weltweit lauter.

Aktuell müssen sich die Ärzte noch keine Sorgen machen, dass sie von der KI ersetzt werden. Im Gegenteil braucht es solche Strategien, um dem zunehmenden Mangel an qualifizierten Fachkräften entgegen zu wirken. Aber es scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein, wann die KI einen Menschen in der Befundung ersetzen kann. Die KI lernt stetig dazu, wenn sie mit genügend Daten gefüttert wird, wie in anderen Bereichen auch.

Im Dürerhof arbeiten wir seit fast einem Jahr mit der KI als zusätzlichen 3. Befunder, um auf dem neusten Stand zu sein und für die teilnehmenden Frauen die beste Befundungsqualität zu bieten.


Von Gabriele Munzert
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